Hexenschuss / Ischialgie / Lumboischialgie

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Rückenschmerzen, wer kennt es nicht? Mal kommen sie plötzlich einschießend und betreffen den unteren Rücken. Oder sie kommen schleichend langsam in das Kreuz und ziehen sich bis ins Bein. Manchmal hat man Schmerzen im unteren Rücken bis in die Füße und zusätzlich Begleiterscheinungen wie Taubheit oder Kribbeln. Es gibt viele Arten von Rückenschmerzen mit unterschiedlichen Begleitsymptomen.

In der arzt-direkt App können Sie direkt den passenden Arzt für Ihre Rückenbeschwerden suchen und online, z.B. via Onlinesprechstunde, Ihr Anliegen schildern. Es ist auch möglich, einen Arzttermin bei einem von Ihnen ausgewählten Facharzt zu buchen, flexibel und unkompliziert.

Hexenschuss

Ein Hexenschuss (Lumbago) ist ein akuter einschießender Rückenschmerz, der meist den unteren Bereich (Lendenwirbelbereich) des Rückens betrifft. Die Schmerzen sind so stark, dass sich viele Betroffene nicht mehr ordentlich aufrichten können und eine Schonhaltung einnehmen müssen.

Welche Symptome können auftreten?

Zu den Leitsymptomen zählen plötzlich einsetzende starke Schmerzen im unteren Rücken, die fast zur Bewegungsunfähigkeit führen können. Es handelt sich dabei oft um ziehende, stechende, bohrende Schmerzen, welche hauptsächlich im Bereich zwischen Gesäß und Lenden auftreten. Meistens verursacht dies eine nach vorn gebeugte Schonhaltung, da die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule schmerzbedingt stark eingeschränkt ist.

Zudem können Missempfindungen, wie Kribbeln oder Taubheit, auftreten. Aufgrund der Schmerzen tritt zudem auch eine Kraftminderung der Beinmuskulatur auf. Die Schmerzen verstärken sich weiterhin bei bestimmten Bewegungen der Hüfte, zum Beispiel beim Anheben des gestreckten Beines.

Treten zusätzlich Lähmungen der Schließmuskel, von Blase oder Darm, oder der Beinmuskulatur auf, handelt es sich jedoch um einen medizinischen Notfall: Suchen Sie sofort einen Arzt auf!

Die Ursachen für einen Hexenschuss

Ein Hexenschuss (auch als Lumbago bezeichnet) wird oft durch eine ruckartige “falsche” Bewegung, schweres Heben oder auch durch plötzliche Bewegungen nach längeren körperlichen Ruhephasen ausgelöst. Auch psychosoziale Faktoren, wie Stress, Überarbeitung oder Übermüdung, können eine akute Lumbago begünstigen.

Was tun bei einem Hexenschuss?

Als Geheimtipp bei der Behandlung von Lumbago gilt die Faustregel “Schonung? Nein! – Vorsicht? Ja!”. Hier können Wärmepflaster, Wärmekissen sowie Schmerzmittel, welche die Schmerzen lindern und dafür sorgen, dass sich die Muskeln wieder entspannen, hilfreich sein.

Eine weitere lindernde Maßnahme ist die Stufenlagerung. Der Betroffene legt sich am besten auf einer weichen Unterlage auf den Boden und legt die Unterschenkel auf einen Stuhl. Das angewinkelte, hoch gelagerte Bein wird entlastet und die Muskeln entspannen sich.

In der Regel wird man den Hexenschuss innerhalb von 2 bis 4 Tagen wieder los und der Schmerz wird meist immer schwächer. Für diese Dauer kann eine Krankschreibung ausgestellt werden (auch eine Online-Krankschreibung ist möglich). Gerade bei körperlich schwerer Arbeit würde es sonst zu einer erneuten Überbelastung kommen und die Heilung würde sich verzögern, was ggf. zu einem chronischen Verlauf führen könnte.

Ischialgie

Der Ischiasnerv ist der größte Nerv des menschlichen Körpers. Er setzt sich aus mehreren Nervenwurzeln zusammen, die das Rückenmark auf verschiedenen Höhen umfassen. Im Gesäß tritt er an die Oberfläche und verläuft über die Rückseite des Oberschenkels bis zur Kniekehle. Dort teilt er sich in den Wadennerv und in den Schienbeinnerv auf, die beide in Richtung Fuß verlaufen – genau deshalb können Probleme mit dem Ischias oft zu großflächigen Schmerzen führen, die vom letzten Lendenwirbel bis zu den Füßen hin spürbar sind.

Symptome von Ischias Schmerzen

  • Sehr starke Schmerzen in der Kreuzgegend (elektrisierend / wie ein elektrischer Schlag)
  • Ausstrahlende Schmerzen über das Gesäß bis ins Bein oder in den Fuß (meist nur einseitig)
  • Mögliche Begleiterscheinungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle, Brennen, gesteigerte Berührungsempfindlichkeit

Ischias-Schmerzen treten manchmal schleichend, manchmal ganz plötzlich auf. Man bezeichnet den typischen Ischias-Schmerz als neuropathischen Schmerz – das heißt, dass er nicht auf strukturelle Verletzungen im Bein oder Gesäß zurückgeht, sondern auf den Nerv selbst. Typisch ist auch, dass der Schmerz ausstrahlt. Das unterscheidet den Ischias zum Beispiel von einem Hexenschuss. Auslöser ist hier oft ein unglückliches Drehen oder Heben, das zu einem plötzlichen, starken Rückenschmerz führt. Dieser zieht aber nicht ins Bein.

Ist der Ischias aufgrund eines Bandscheibenvorfalls eingeklemmt, verstärken sich die Schmerzen häufig durch Husten, Niesen oder Pressen (beim Stuhlgang) sowie bei manchen Bewegungen.

Besonderheit Ischias in der Schwangerschaft

Je größer das Ungeborene wird, desto stärker wird der Druck auf das Becken der Schwangeren. Die Gebärmutter selbst drückt auf das Gewebe über dem Ischiasnerv. Um die 35. Schwangerschaftswoche herum wiegt das Baby im Bauch in vielen Fällen bereits rund 2.500 Gramm. Dazu hat es oft eine Körpergröße von etwa 45 Zentimetern. Es kann nun dazu kommen, dass das Kind gegen den Ischias drückt und den Nerv damit reizt. Betroffene merken dies anhand eines plötzlich aufkommenden, ziehenden Schmerzes im unteren Rücken, der häufig in das Gesäß und die Beine ausstrahlt.

Was hilft gegen Ischias Schmerzen und wie lange dauern sie an?

Bewegung ist eines der wirksamsten Heilmittel, um Ischias Schmerzen zu bekämpfen und ihnen vorzubeugen. Mit gezielter Bewegung kann man wieder Muskulatur aufbauen und die Wirbelsäule intakt halten. Bettruhe lindert kurzzeitig die Beschwerden, aber langfristig verzögert man damit den Heilungsprozess und verschlimmert ggfs. die Schmerzen, da Bänder und Muskulatur abgeschwächt werden.

Wärme wirkt durchblutungsfördernd, wodurch sich die Muskeln entspannen. Dazu eignen sich Kirschkernkissen, eine Wärmflasche, Wärmepflaster, Infrarot-Bestrahlung oder auch wärmende Salben. Zudem können Akupunktur, Massagen, Stufenlagerung (legen Sie sich flach mit dem Rücken auf eine Unterlage und setzen Sie Ihre Unterschenkel im 90°-Winkel auf eine Erhöhung, z.B. einen Stuhl, ab). Da die Schmerzen meist einseitig sind, ist es empfehlenswert, sich beim Schlafen auf die nicht schmerzende Seite zu legen.

Die Beschwerden verschwinden meist innerhalb von Tagen bis Wochen von allein. Bei anhaltenden oder immer wiederkehrenden Schmerzen ist ein Besuch bei einem Arzt ratsam. Mit dem arzt-direkt Online-Arzttermin-Service können Sie schnell und einfach einen Termin bei Ihrem Facharzt in der Nähe buchen.

Was ist eine Lumboischialgie?

Die Lumboischialgie ist eine Kombination von Ischias (Ischialgie) und Hexenschuss (Lumbago). Sie tritt oft einseitig auf (Lumboischialgie rechts / Lumboischialgie links).

Welche Symptome bringt eine Lumboischialgie mit sich?

  • Stechende oder reißende Schmerzen im Gesäß und der Lendenwirbelsäule Ausstrahlen in die Beine, oft einseitig links oder rechts stärker
  • Taubheitsgefühle/ Kribbeln
  • Schonhaltung und Bewegungseinschränkung

Typisch für eine Lumboischialgie sind oft starke, meist einseitige Rückenschmerzen im unteren Rücken (Lendenwirbelsäule), die meist in die Beine, in seltenen Fällen auch bis in die Füße, ausstrahlen können. Zudem können Missempfindungen, wie Kribbeln oder Taubheit, auftreten. Aufgrund der Schmerzen tritt zudem auch eine Kraftminderung der Beinmuskulatur auf. Die Schmerzen verstärken sich bei den Betroffenen oft bei bestimmten Bewegungen der Hüfte, zum Beispiel beim Anheben des gestreckten Beines.

Wie wird eine Lumboischialgie behandelt?

Die Behandlung bei Lumboischialgie umfasst meist medikamentöse Therapien, Bewegungstherapie zur Kräftigung der Rückenmuskulatur (Rückenschule, Rückentraining) sowie manuelle und physikalische Therapie. In schweren Fällen kann eine Operation der Bandscheibe oder des Wirbelkörpers mehr Platz für die Nervenwurzeln schaffen. Eine körperliche Schonung sollte vermieden werden. Vor der Operation können Sie sich gerne eine ärztliche Zweitmeinung holen.

Wie ein Online-Arzt bzw. eine Online-Ärztin helfen kann

Schmerzen können eine starke psychische Belastung bedeuten und sollten in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden. Über arzt-direkt ist dies auch via PC und per Mobilgerät möglich. In der Telemedizin-App von arzt-direkt können Sie mit dem Facharzt Ihrer Wahl Kontakt aufnehmen und Ihr Anliegen schildern. Dieser kann dann auch weitere Schritte für Sie veranlassen und z.B. ein E-Rezept oder eine Online-Krankschreibung ausstellen.
Empfohlene Fachrichtung: Orthopädie,Neurologie